WARUM WURDE DIE RHEIN-MAIN-DONAU AG GEGRÜNDET?
Unsere historische Aktie aus dem Jahre 1921 ist einer näheren Betrachtung wert. Sie steht für eine Innovation ganz besonderer Art zur damaligen Zeit:
Eine staatliche Aufgabe sollte von einem privaten Unternehmen erfüllt werden.
Man wollte eine schiffbare Verbindung von der Nordsee zum Schwarzen Meer schaffen. Dies war die Geburtsstunde der RMD AG. Sie verdankt ihre Gründung einem 1921 geschlossenen Staatsvertrag zwischen dem damaligen Deutschen Reich und dem Freistaat Bayern. Durch ein privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen sollte das wichtige verkehrspolitische Ziel erreicht werden: der Bau einer Schifffahrtsstraße von Aschaffenburg am Main bis Passau an der Donau. Dieses Projekt wurde mit der Einweihung des Main-Donau-Kanals 1992 weitgehend abgeschlossen.
Woher kam das Geld für ein Vorhaben von solcher europäischen Tragweite? Unserer Gesellschaft wurde das Recht zur Wasserkraftnutzung an Main, Regnitz, Altmühl, Donau und Lech eingeräumt. Gleichzeitig wurde die Rhein-Main-Donau AG verpflichtet, die Wasserstraße zu bauen und mit den Erträgen der Wasserkraftwerke zu finanzieren. Die Gewinne aus der Wasserkraftnutzung reichten aber zur eigenständigen Finanzierung nicht aus. Deshalb wurden zusätzlich Kredite aufgenommen. Bis alle Schulden abgetragen sind, werden noch ca. zwei Jahrzehnte ins Land gehen. Solange wird die RMD AG die Einnahmen aus ihren 60 Wasserkraftwerken zur Schuldentilgung bei ihren Gesellschaftern heranziehen. Erst wenn alle Schulden abgetragen sind, fallen Gewinne aus der Wasserkraftnutzung an.
Die Konzession für alle unsere Wasserkraftwerke läuft gemäß Konzessionsvertrag von 1921 im Jahr 2050 aus. Danach übergibt die RMD AG all ihre Wasserkraftwerke entschädigungslos an den Staat.
ZUR GESCHICHTE
Wussten Sie, dass die Idee einer solchen Wasserstraße uralt ist? Schon vor über 1000 Jahren bestand die Vision einer Verbindung von der Nordsee zum Schwarzen Meer. Bereits Karl der Große leistete richtungsweisende Vorarbeiten. König Ludwig I. von Bayern gelang mit seinem Ludwigskanal immerhin schon der Lückenschluss vom Main bis zur Donau. Wie klein die neue Wasserstraße damals allerdings konzipiert war, ist heute noch, z.B. bei Berching und bei Feucht, zu besichtigen.